So begeisterst Du als Bewerber in einem Telefoninterview

So begeisterst Du als Bewerber in einem Telefoninterview

Ein Kennenlernen am Telefon: In vielen Unternehmen kann das der erste Schritt zum Traumjob sein. Auch wenn Du Deinem Gesprächspartner dabei nicht direkt gegenübersitzt, solltest Du diesen Termin nicht unterschätzen. Denn Personaler wissen ganz genau, worauf sie achten müssen – und selbst Dein Outfit kann eine Rolle spielen.

Die Besonderheiten am Telefon

Natürlich ist es praktisch, wenn für das erste Gespräch keine Anreise nötig ist. Aber das ist nicht der einzige Grund für das Interview am Telefon: „Wir suchen viele Mitarbeiter für Vertrieb und Recruiting. Häufig geht es also um Stellen, bei denen Telefonate zum Tagesgeschäft gehören“, sagt Julia Permien, Teamleiterin Internal Recruiting bei KRONGAARD. „Deshalb ist es natürlich sehr wichtig zu erfahren, wie ein Kandidat am Telefon auftritt.“ Du solltest also versuchen, in diesem Gespräch möglichst sympathisch, professionell und überzeugend zu wirken – schließlich sagt das schon viel über Deine Eignung für die offene Stelle aus.

Um welche Themen geht es?

„Wir nutzen das Telefoninterview für einen ersten Eindruck“, sagt Julia Permien. „Wir können offene Fragen zum Lebenslauf klären und mögliche Fragezeichen ansprechen, die beim Lesen der Bewerbung aufgetreten sind.“ In dem etwa 20- bis 30-minütigen Gespräch spielt auch die Motivation des Bewerbers eine Rolle: Am Telefon können Personaler erfahren, warum Du Dich ausgerechnet für diesen Job interessierst. Und als Bewerber kannst Du selbst durch persönliche Fragen herausfinden, ob die Stelle wirklich so gut zu Dir passt, wie es die Stellenanzeige vermuten ließ – und davon hängt entscheidend ab, ob sich der Weg zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch überhaupt lohnen würde.

Deine Vorbereitung aufs Telefoninterview

Ganz wichtig: Auf ein Telefoninterview solltest Du Dich genauso gut vorbereiten wie auf ein erstes Kennenlernen, das Face-to-Face stattfindet. „Für uns ist es immer etwas enttäuschend, wenn sich Kandidaten gar nicht mit unserem Unternehmen oder unserem Geschäftsmodell auseinandergesetzt haben“, sagt Julia Permien. „In einem solchen Fall wäre es uns lieber, das Gespräch noch ein paar Tage nach hinten zu verschieben – und dann mit einem vorbereiteten Kandidaten zu sprechen.“ Also gehe nur in das Gespräch, wenn Du glaubst, überzeugen zu können. Dafür solltest Du natürlich wissen, was genau der potenzielle neue Arbeitgeber überhaupt macht und was in der Stelle gefordert wird.

Eine entscheidende Frage, die Du vorab für Dich beantworten solltest: Warum willst Du diese Stelle unbedingt? Wenn Du das selbst nicht weißt, wird es schwer, den Personaler davon zu überzeugen, dass Du die Top-Besetzung für den Job bist. Überlege Dir außerdem eigene Fragen, die Du stellen kannst: Erkundige Dich zum Beispiel nach den genauen Aufgabenbereichen, dem Arbeitszeitmodell oder dem Ablauf von Einsätzen bei Kunden. „Für uns ist es immer wichtig, dass die Kandidaten eine Vorstellung davon haben, was auf sie zukommt“, sagt Julia Permien. „Und wenn sie im Laufe des Gesprächs herausfinden, dass der Job nicht zu ihnen passt, dann ist das auch okay.“

Wo und wie führst Du das Gespräch?

Im Normalfall wird für ein Telefoninterview vorab ein Termin vereinbart – nur in Ausnahmefällen kann es passieren, dass Du mal spontan angerufen wirst. „Dann geht es aber meistens darum, dass wir noch konkrete Fragen stellen wollen, bevor wir entscheiden, ob ein Telefoninterview überhaupt sinnvoll ist“, sagt Julia Permien. Wenn der Termin für das Gespräch feststeht: Suche Dir einen ruhigen Ort, an dem Du nicht gestört wirst und an dem Du guten Empfang hast. „Für Personaler ist es anstrengend, wenn der Bewerber im Zug oder Auto sitzt und zwischendurch immer wieder die Verbindung abbricht“, sagt Julia Permien.

Und auch wenn der Gedanke vielleicht verlockend erscheint: Es könnte negative Folgen haben, wenn Du während des Interviews auf dem Bett herumliegst und vielleicht noch einen Pyjama trägst. „Meistens merkt man am anderen Ende der Leitung, ob der Kandidat aufrecht sitzt und mit welcher Einstellung er an das Gespräch herangeht. Tatsächlich spielt auch hier das Thema Körpersprache eine Rolle“, sagt Julia Permien. Also: Setze Dich an den Schreibtisch, zieh Dir etwas Vernünftiges an, lege Deine Unterlagen bereit, falls Du noch etwas nachgucken willst. Es geht schließlich um einen Job.

Was sind die häufigsten Fragen im Telefoninterview?

„Wir möchten den Bewerber kennenlernen, seine Motivation verstehen und seine Begeisterung spüren“, sagt Julia Permien. „Meistens finden wir mit einem ähnlichen Aufbau von Fragen heraus, ob derjenige der richtige Kandidat ist – deshalb kann man sich relativ gut darauf vorbereiten.“

Das sind sieben Fragen, die Dich erwarten können:

  • Stell Dich kurz vor: Wer bist Du eigentlich?
  • Was ist die Motivation hinter Deiner Bewerbung?
  • Was machen wir eigentlich: Wie sieht unser Geschäftsmodell aus, wo liegt unser Fokus?
  • Wo soll es für Dich langfristig hingehen?
  • Warum interessierst Du Dich ausgerechnet für diese Rolle?
  • Was sind in Deinen Augen Eigenschaften, die man dafür mitbringen muss?
  • Hast Du noch Fragen?

Die wichtigsten Tipps fürs Auftreten am Telefon

Auch wenn Du inhaltlich noch so gute Antworten auf alle Fragen gibst: Es kommt auch auf das „Wie“ an. „Wenn man sich für Vertrieb und Recruiting interessiert, dann muss man wirken“, sagt Julia Permien. „Da macht auch die Stimme ganz viel aus – und die Art und Weise, wie man auf Fragen antwortet.“ Hole bei Deiner Vorstellung zu Beginn nicht zu weit aus, sondern fokussiere das Wesentliche. Wenn Du das Gefühl hast, der Gesprächspartner möchte noch mehr wissen, frage nach: „Soll ich das noch etwas ausführen?“

Versuche, auf den Anderen einzugehen, stecke ihn mit Deiner Begeisterung an und wecke in ihm das Bedürfnis, dass er Dich besser kennenlernen will. Im Idealfall sitzt Ihr Euch im nächsten Gespräch dann persönlich gegenüber.