Die sieben häufigsten Bewerbungstypen

Die sieben häufigsten Bewerbungstypen

Natürlich bist Du anders als andere Kandidaten – aber vielleicht teilt Ihr einige Eigenschaften. Recruiter erleben gewisse Bewerbertypen immer wieder. Wir zeigen Dir, welche das sind, welche Vor- und Nachteile sie haben und wer am besten zu einem Job im Sales passt.

Woran erkennen Profis, welcher Typ Du bist?

„Es gibt immer wieder ähnliche Arten von Kandidaten“, sagt Julia Permien, Teamleiterin Internal Recruitment  bei KRONGAARD. „Da können wir uns schon vorher vorstellen, wie das weitere Gespräch verläuft oder wie ein gemeinsames Mittagessen aussehen würde.“

Welcher Typ Du bist, das zeigt sich an Deinem persönlichen Auftreten: Bist Du eher zurückhaltend oder gehst Du direkt auf Menschen zu? Wirkst Du eher chaotisch (und dabei sympathisch) oder total strukturiert und durchorganisiert? Hörst Du Dich selbst am liebsten reden oder müssen Personaler Dir immer wieder konkrete Fragen stellen, um etwas zu erfahren? All das sagt viel über Deinen Bewerbertyp aus. „Aus diesen Faktoren können wir einiges ablesen“, sagt Julia. „Auch wenn wir selbstverständlich niemanden direkt in eine Schublade stecken.“

Typ 1: Der Strukturierte

„Hier merkt man schon im Erstkontakt, dass der Bewerber total organisiert und recht förmlich ist“, erklärt Julia. Gehörst Du zu diesem Typ, hast Du Dich vorher bis ins letzte Detail über das Unternehmen informiert. Du hast angerufen, um zu erfahren, ob die Vakanz noch aktuell ist – und beziehst Dich im Anschreiben auf das persönliche Telefonat. Beim persönlichen Gespräch bist Du eher eine halbe Stunde zu früh als zwei Minuten zu spät. Und natürlich hast Du ein Dokument mit Deinen eigenen Fragen vorbereitet. 

„Diese Kandidaten wirken manchmal etwas steif“, sagt die Expertin. „Aber es macht natürlich total Spaß, sich mit ihnen zu unterhalten, weil sie sich sehr gut vorbereitet haben.“ Als sehr strukturierte Person bist Du zum Beispiel in einem Job in Finance and Administration gut aufgehoben, glaubt Julia: „Hier muss man alle Informationen auf den Punkt parat haben.“ Aber auch im Sales kannst Du Chancen haben (schließlich geht es auch hier darum, den Überblick zu behalten) – Hauptsache, Du wirkst nicht zu verkrampft. 
 

Typ 2: Der Chaot

Hier hat der Personaler manchmal das Gefühl, dass die Bewerbung nur nebenbei geschrieben wurde. „Das Anschreiben ist vielleicht an ein anderes Unternehmen adressiert oder es fehlt komplett“, sagt Julia. „Wenn wir das dann ansprechen, ist es den Kandidaten meistens unangenehm. Und oft haben sie eine charmante Erklärung parat, weil sie wissen, dass ihnen so etwas öfter passiert.“ Tipp fürs nächste Mal: Listen anlegen, wo Du Dich wann bewirbst. Und das Anschreiben in jedem Fall noch einmal checken. 

Wenn das persönliche Vorstellungsgespräch ansteht, kommst Du vielleicht zu spät – und hier hat das charmante Chaotentum dann Grenzen. „In dem Fall wäre es nett, wenn man kurz anruft oder eine E-Mail schickt“, sagt Julia. „Dann kann immer noch ein sehr gutes Gespräch daraus werden.“ Wenn es gut läuft, bekommst Du am Ende vielleicht einen Job im Sales. Denn: „Diese Kandidaten sind oft sehr sympathisch und gut im Small Talk“, weiß Julia. „Sie wissen, wie sie es schaffen, Menschen für sich zu gewinnen – und häufig haben sie eine sehr lockere Art, die viele Menschen anspricht.“
 

Typ 3: Der Schauspieler

Auf großen Bühnen fühlst Du Dich am wohlsten? Du liebst es, Gespräche zu führen und hörst Dich gerne selbst reden? Dann findest Du Dich vielleicht hier wieder. „Dieser Bewerber verkauft sich von der ersten Minute an und hat den festesten Händedruck der Welt“, sagt Julia. „Er weiß, was er kann und ist sehr überzeugt von sich. Manchmal sogar einen Tick zu viel.“ Schön, wenn Du so sehr an Dich glaubst, aber: Übertreibe es nicht. „Manchmal fragen wir uns: Wie authentisch ist derjenige? Oder spielt er nur eine Rolle?“ Also stell Dich gerne gut dar, aber achte darauf, dass Du Dein Gegenüber nicht mit einem endlosen Redeschwall erdrückst.

„Häufig sind diese Kandidaten super Vertriebstypen“, sagt Julia. „Sie sorgen für eine gute Stimmung im Team, motivieren ihre Kollegen, wenn es nicht so gut läuft.“ Und natürlich wissen sie, wie man verkauft. Sich selbst – aber auch die Angebote des Unternehmens. Wenn Du also nicht übertreibst und gelegentlich einen Gang zurückschaltest, kannst Du mit diesem Charakter eine erfolgreiche Sales-Karriere anstreben. 
 

Typ 4: Der Ängstliche

„Diese Bewerber haben vermutlich schon beim Abschicken ihrer Unterlagen schwitzige Hände und kontrollieren mehrmals den Gesendet-Ordner“, glaubt Julia. Wenn Du zum ängstlichen Typ zählst, ist auch das erste persönliche Gespräch eine große Herausforderung. „Oft vermeiden diese Kandidaten direkten Blickkontakt und vergessen vor lauter Aufregung auch schon mal zu atmen“, sagt Julia. „Aber meistens sind sie auch sehr gut vorbereitet und wissen, was sie können – wenn sie die Nervosität einmal überwunden haben.“ Profi-Tipp dafür: Führe schon mal ein oder zwei Gespräche, bei denen es nicht um den absoluten Traumjob geht. Dann bist Du für den Ernstfall vorbereitet. 

„Vor dem Gespräch kann es auch helfen, sich vor einen Spiegel zu stellen und eine Superman-Pose zu machen“, rät Julia. „Das verleiht mentale Stärke.“ Grundsätzlich kannst Du als ängstlicher Typ für alle Jobs geeignet sein, wenn Du Dich erst einmal sicher in Deiner Umgebung fühlst. „Wer Probleme hat, in den Erstkontakt zu treten, wird vermutlich nicht der beste Sales-Mitarbeiter aller Zeiten“, sagt Julia. „Aber wenn er erst einmal seine eigenen Hürden überwindet, kann er theoretisch in jedem Job erfolgreich sein.“ Also trau Dich einfach!
 

Typ 5: Der Orientierungslose

Es ist völlig okay, wenn Du noch nicht die nächsten zehn Jahre verplanst. Aber wenn Du selbst nicht weißt, warum Du für einen Job geeignet bist – wie willst Du dann Personaler davon überzeugen? „Es gibt Kandidaten, die sagen erst, sie finden Sales total spannend“, sagt Julia. „Wenn wir dann über Jobs im Recruiting sprechen, finden sie das plötzlich auch toll.“ Behalte auch im Vorstellungsgespräch Deine eigene Meinung und Deine Ecken und Kanten – sonst wirkst Du schnell zu angepasst und planlos. 

„Meistens sind Orientierungslose eine Mischung aus den eben erklärten Bewerbertypen“, sagt Julia. Sie können strukturiert oder chaotisch sein, vielleicht sind sie zusätzlich noch ängstlich. Wenn Du Dich auf einen Job im Sales bewirbst, solltest Du vorher aber am besten wissen, was Dich erwartet – und ob das zu Dir passt. Und falls Du den Job später bekommst, kannst Du im Gespräch mit Kunden auch nicht minütlich Deine Meinung ändern. Also: Verschaffe Dir Klarheit, das bringt Dich weiter.  
 

Typ 6: Der Angeber

Hier gibt es Überschneidung mit dem „Schauspieler“. Mit dem Unterschied: Der Angeber erfindet manchmal auch eine Station im Lebenslauf dazu oder prahlt im Gespräch mit Erfolgen, die vielleicht gar nicht ihm selbst zuzuschreiben sind. „Manchmal rudern solche Kandidaten plötzlich zurück, wenn man eine Referenz über sie einholen möchte“, sagt Julia. „Dann geraten sie plötzlich ins Stocken und werden unsicher.“

Natürlich geht es darum, Dich gut zu verkaufen, aber bleibe dabei bei der Wahrheit. Und gib Recruitern oder Kollegen die Chance, hinter Deine Fassade zu schauen. „Oft sind solche Kandidaten auch etwas in ihrer eigenen Situation gefangen, weil sie zum Beispiel immer von den Eltern eingeredet bekommen haben, wie besonders sie sind“, sagt Julia. „Wenn man sie dann näher kennenlernt, weichen sie etwas auf und werden sympathischer.“ Wenn Du Dich hier wiedererkennst und in den Vertrieb einsteigen willst: Gesundes Selbstbewusstsein schadet nie – aber bleib bei der Wahrheit. 
 

Typ 7: Der Spaßvogel

Dir fällt in jeder Situation ein Witz ein und Du glaubst, dass Du Personaler mit Deinem Humor für Dich begeistern kannst? Klingt unterhaltsam, aber auch hier gilt: Übertreibe es nicht. „Es gibt Menschen, die es so witzig erklären, dass sie versehentlich in die falsche Bahn gestiegen sind, dass man ihnen nicht böse sein kann, wenn sie viel zu spät kommen“, sagt Julia. „Das ist natürlich sehr charmant – aber irgendwann muss es auch um ernste Themen gehen.“ 

Lass Dich im Gespräch nicht zu sehr in einen Strudel aus lustigen Sprüchen hineinziehen. „Manchmal wollen Personaler auch testen, wie es ein Kandidat schafft, das Gespräch wieder auf die relevanten Themen zu lenken“, sagt Julia. Wenn Du Dich als Spaßvogel siehst, hast Du vermutlich kein Problem mit Small Talk oder einem lockeren Gespräch mit Kunden – vielleicht macht Dich das zu einem guten Kandidaten für einen Sales-Job. „Wichtig ist nur, dass man von all den lustigen Themen wieder den Absprung schafft“, sagt Julia. Schließlich wirst Du Kunden nicht nur mit Deinen Witzen überzeugen. 
 

Du hast Lust auf einen Sales-Job und hast Dich in einem oder mehreren Bewerbungstypen wieder gefunden? Dann schicke uns gerne Deine Bewerbungsunterlagen zu. Gerne stehen wir Dir auch vorab für Fragen zur Verfügung.

Julia Permien
Teamleiter Internal Recruitment

Telefon: 040 - 30 38 44 - 215
Fax: 040 - 30 38 44 - 299
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