Karrieremessen – verstaubte Veranstaltungen oder ein sinnvoller Weg zum Traumjob?

Karrieremessen – verstaubte Veranstaltungen oder ein sinnvoller Weg zum Traumjob?

Das Studium neigt sich dem Ende zu und dem Karrierestart steht eigentlich nichts mehr im Wege. Aber wie finde ich jetzt den passenden Arbeitgeber? Wer auf der Suche nach einem Job bzw. Einstieg im Sales ist, für den bieten Karrieremessen einige Vorteile. So kann man Ansprechpartner persönlich kennenlernen, einen sehr guten Eindruck von Unternehmen gewinnen und vor allem selbst einen hervorragenden hinterlassen. Oder ist der Vorortbesuch einer Karrieremesse in Zeiten des Internets und Social-Media eher eine verstaubte und nicht mehr zeitgemäße Veranstaltung? Dazu steht uns heute Herr Thomas Friedenberger vom Staufenbiel Institut Rede und Antwort. Er ist Senior Content Marketing Manager und Karriereberater und kennt sich bestens aus mit aktuellen Trends im Karrieremarkt.

Herr Friedenberger, es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten für Absolventen, den passenden Arbeitgeber zu finden – Stellenportale, Social-Media, Online-Messen und auch das bekannte Format der Karrieremesse. Welche weiteren Trends gibt es?

Heute ist alles, was mit dem Smartphone erledigt werden kann, natürlich interessant für Studenten und Absolventen – egal, ob es um soziale Kontakte oder um die Jobsuche geht. Weil es schnell und bequem ist. Aber gerade in Zeiten des schnellen, digitalen und anonymen Netzes sind Karrieremessen auch Trend, denn wo können Sie als Bewerber sofort auf einen Personalchef zugehen, ihn freundlich anlächeln und sagen: Ich interessiere mich für Ihr Unternehmen. Ich möchte gerne mit Ihnen ins Gespräch kommen …

Laut einer aktuellen Studie wären nur knapp 27 Prozent der Arbeitnehmer, bereit für einen Arbeitgeber umzuziehen. Somit sollten regionale Karrieremessen ja genau den Nerv der Jobsuchenden treffen. Wie sehen Ihre Erfahrungen dahingehend aus?

Ja, wir sehen auch, dass längst nicht alle Absolventen direkt nach dem Studienende in die große weite Welt hinauswollen. Und überhaupt: Viele mittelständische Unternehmen und deutsche Hidden Champions sitzen ja in der Provinz oder bestimmten Regionen. Warum sollte ich nicht erst einmal da nach dem ersten Job schauen, wo ich studiert habe oder wo ich wohne? Da leben schließlich auch meine Freunde. Und viele Unternehmen dort bieten Einsteigern besonders viel, um sie zu überzeugen, bei ihnen zu starten.

Welche konkreten Vorteile bieten denn Karrieremessen den Jobsuchenden gegenüber den alternativen Möglichkeiten?

Das persönliche Gespräch, das Sie niemals durch den Kontakt über Social-Media ersetzen können. Später können sie Networking immer noch über Social-Media perfektionieren, aber dafür sind persönliche Kontakte oft die Basis. Und außerdem gibt es auf Karrieremessen wie den Absolventenkongressen kostenfreie CV-Checks, kostenfreie Bewerbungsfotos, wenn man sich rechtzeitig um einen Termin dafür gekümmert hat, und ein umfangreiches Programm mit interessanten Vorträgen, Insider Talks, Pitches, Areas und und und… 

Ein Besuch auf einer Karrieremesse ist natürlich kein Selbstläufer. Nur wenn ich gut vorbereitet und ohne Scheu auf potenzielle Arbeitgeber zugehe, kann ich auch erfolgreich sein. Haben Sie konkrete Tipps für Besucher von Karrieremessen?

Vorbereitung ist alles, das heißt: rechtzeitig anmelden, Traumarbeitgeber, die auf der Messe sind, vorher identifizieren, Bewerbungsunterlagen vorbereiten und rechtzeitig anreisen. Das Outfit ist dann übrigens Nebensache. Nicht jeder potenzielle Arbeitgeber will bei Studenten gleich eine Krawatte sehen oder einen Hosenanzug. Es geht darum, was jemand am Ende seines Studiums im Kopf hat, welche Ziele er hat und ob er zum Unternehmen passt. Und Bewerber prüfen heute ganz genau, ob auch das Unternehmen zu ihnen passt, also ob die Unternehmenswerte und die Unternehmensphilosophie passend sind.

Herr Friedenberger, abschließend ein kurzes Fazit von Ihnen: Wie finde ich am besten den  passenden Arbeitgeber?

Möglichst viele Arbeitgeber kennenlernen, durch Praktika, Hospitationen, Werkstudententätigkeiten und natürlich auf Karrieremessen wie dem großen Absolventenkongress in Köln am 22. und 23. November oder den regionalen Ablegern davon. Anmeldung und Teilnahme sind dafür kostenfrei. Der Absolventenkongress steht unter dem „Mach was du liebst“. Und das empfehle ich jedem Studenten und Absolventen auch: Der erste Job soll schließlich Spaß machen und keine Qual sein.