Überzeugender Auftritt im Bewerbungsgespräch

Überzeugender Auftritt im Bewerbungsgespräch

Dein Lebenslauf kam gut an und im Telefoninterview hast Du einen bleibenden Eindruck hinterlassen? Glückwunsch – dann folgt jetzt das persönliche Vorstellungsgespräch. Was dabei zählt und wie Du schon bei der Begrüßung überzeugst, erfährst Du hier.

Worum geht es im Vorstellungsgespräch?

Die Eckdaten sind bereits bekannt, jetzt geht es in die Tiefe: Die Personaler wollen Dich persönlich kennenlernen und im Face-to-Face-Gespräch herausfinden, ob sich der positive Eindruck aus den ersten Bewerbungsschritten bestätigt. „Wir steigen tiefer in einzelne Themen ein und es wird fachlicher“, sagt Julia Permien, Teamleiter Internal Recruitment bei KRONGAARD „Im persönlichen Gespräch spielen wir auch Szenarien durch, um zu erfahren, wie ein Kandidat in verschiedenen Situationen im Job reagieren würde.“

Aber auch Du solltest spätestens jetzt herausfinden, wie gut die Stelle wirklich zu Dir passt. Das persönliche Bewerbungsgespräch ist Deine Chance, letzte offene Fragen zu klären. Außerdem lernst Du häufig den Arbeitsplatz und potenzielle Kollegen kennen. „Wir führen die Gespräche an dem Standort, für den sich der Kandidat bewirbt“, sagt Julia Permien. „So kann er sich schon die Bürofläche anschauen und lernt den möglichen Teamleiter kennen.“ Nutze diese Gelegenheit, um Dir ein genaues Bild zu machen: Kannst Du Dir vorstellen, hier zu arbeiten? Wenn ja: Dann sei so überzeugend, dass Du den Job bekommst.

Der erste Eindruck als Bewerber

Schon die Begrüßung kann entscheidend sein: „Es sollte auf jeden Fall ein fester Händedruck sein“, sagt Julia Permien. „Das ist auch etwas, das man sehr gut vorher üben kann: Einfach mal einen Freund fragen, wie der eigene Händedruck ist – und daran arbeiten, falls er nicht überzeugt.“ Ein fester Händedruck (der dem Gegenüber aber natürlich auch keine Schmerzen zufügen sollte) symbolisiert Selbstbewusstsein, Standfestigkeit und Überzeugungskraft – wichtige Faktoren bei der Besetzung eines Jobs.

Auch Dein äußerliches Erscheinungsbild zählt. „Im Sales-Kontext leben wir den klassischen Business-Look“, sagt Julia Permien. „Hier wären also Anzug, Blazer, Kostüm, Rock oder Bluse zu empfehlen.“ Wenn Du das nicht im Schrank hängen hast, musst Du Dir aber noch keine komplett neue Garderobe zulegen: „In diesem Fall sollte man sich einfach möglichst seriös und in gedeckten Farben kleiden, eine dunkle Jeans reicht für den Anfang.“ Zum echten Business-Look kannst Du dann übergehen, wenn Du die Zusage für die Stelle hast.

Wie Deine Körpersprache überzeugt

„Vor allem im Vertrieb und im Recruiting führt man viele persönliche Gespräche“, sagt Julia Permien. „Deshalb sollten Kandidaten in diesen Situationen überzeugend wirken – dabei ist die Körpersprache ein entscheidender Faktor.“ Sitze Aufrecht, blicke Deinen Gesprächspartnern in die Augen. Nutze das Gespräch für Dich, gestalte es mit. Wer sich nur im Stuhl zurücklehnt und die Fragen auf sich rieseln lässt, macht keinen besonders interessanten Eindruck.

„Es ist wichtig, dass ein Kandidat emphatisch wirkt und auch selbstbewusst auftritt“, findet Julia Permien. Natürlich solltest Du als Bewerber nicht übertreiben und arrogant wirken – aber sei auch nicht zu zurückhaltend. „Man sollte Begeisterung ausstrahlen und eine gewisse Portion Dynamik mitbringen.“ Und die kannst Du über Deine Körperhaltung zum Ausdruck bringen.

Small Talk im Bewerbungsgespräch

Ihr wartet noch auf einen weiteren Gesprächspartner – und in dieser Situation weißt Du überhaupt nicht, worüber Du mit dem Personaler reden sollst? Keine Panik. „Unsere Kollegen beherrschen Small Talk im Normalfall ziemlich gut und stellen dem Bewerber Fragen, um ins Gespräch zu kommen“, sagt Julia Permien. Meistens geht es um Themen wie die Anfahrt, auch das Wetter ist immer beliebt – und ein ungefährliches Terrain.

„Man kann sich auch im Büro umschauen und beispielsweise Fragen zu den Bildern an der Wand stellen“, rät Julia Permien. „Meistens entwickelt sich aus solchen Aspekten sehr schnell ein Gespräch. Hauptsache, man spricht keine kritischen Themen an.“

Stelle als Bewerber eigene Fragen

Die Personaler werden Dich auffordern, eigene Fragen zu stellen – und dann solltest Du welche auf Lager haben. Erkundige Dich nach Punkten, die noch offen geblieben sind, sodass Du ein wirklich gutes Bild vom Unternehmen und der Stelle hast. In Deinen Augen ist dazu bereits alles gesagt? Trotzdem kein Grund zum Schweigen. „Hier bietet es sich an, in Feinheiten zu gehen“, sagt Julia Permien. „Kandidaten könnten zum Beispiel danach fragen, wie später im Job die Zusammenarbeit mit Kunden abläuft und wie die Gestaltung der einzelnen Termine aussieht.“

Übrigens kannst Du Dir gerne auch vorher Fragen notieren, wenn sie Dir im Laufe des Gesprächs einfallen. Es ist okay, als Bewerber mitzuschreiben – und es zeigt, dass Du die Situation ernst nimmst. Übertreibe es damit nur nicht: „Wenn wir merken, dass ein Bewerber fast wortwörtlich den Gesprächsverlauf protokolliert, wundern wir uns etwas. Hier kommt es auf das richtige Maß an.“

Kenne Deine Schwächen

Die Frage nach Stärken und Schwächen gilt als Klassiker im Bewerbungsgespräch. „Ich stelle sie in dieser Form nicht mehr“, sagt Julia Permien. „Manchmal verpacke ich sie aber anders. Wenn jemand sehr von sich überzeugt ist, frage ich zum Beispiel, wo der Kandidat mal eine große Herausforderung hatte und unterdurchschnittliche Leistung erbracht hat.“ Für solche Fälle solltest Du Dir in jedem Fall zwei oder drei Punkte überlegen, die Du anführen kannst.

„Es ist auch super, eigene Entwicklungspotenziale aufzuzeigen“, sagt Julia Permien. „Zum Beispiel: Mein Zeitmanagement war früher wirklich mies, aber jetzt lege ich jeden Morgen eine To-do-Liste an und habe das dadurch viel besser im Griff.“ So zeigst Du, dass Du Dich selbst reflektierst, Deine Schwachstellen kennst – und dass Du in der Lage bist, an ihnen zu arbeiten.

Sei nicht verkrampft

Auch wenn von diesem Gespräch viel für Dich abhängt und Du sicher nervös bist: Mach Dich nicht verrückt. Häufig geht es im Bewerbungsgespräch viel unkomplizierter zu, als Du es vorher erwartest. „Bei uns ist es so, dass wir eine sehr lockere, freundschaftlich-kollegiale Umgangsform leben“, sagt Julia Permien. „Wir sind alle per Du – deshalb bieten wir Bewerben auch schon im ersten Kontakt das Du an.“
Das sorgt im Vorstellungsgespräch für eine angenehme Atmosphäre und führt im Idealfall dazu, dass Du Deine Nervosität vergisst und Dich von Deiner besten Seite zeigen kannst. „Kein Bewerber muss Angst vor einem Vorstellungsgespräch haben.“, sagt Julia Permien. „Wir möchten einfach herausfinden, wie gut wir zueinander passen.“ Und das gilt für beide Seiten: Für das Unternehmen genau wie für Dich.