Worauf kommt es Jobinteressenten beim Bewerbungsverfahren an?

Worauf kommt es Jobinteressenten beim Bewerbungsverfahren an?

Bewerbungsratgeber und Karrierewebsites gibt es unzählige - im Mittelpunkt steht meist das „richtige“ Verhalten des Bewerbers, die „richtigen“ Antworten auf die ausgeklügelten und manchmal fiesen Fragen des Arbeitgebers. Doch was schätzen Bewerber eigentlich an einem guten Bewerbungsverfahren? Worauf kommt es ihnen an?

Wohl so ziemlich jeder, der schon einmal auf Jobsuche war und ein paar Jobinterviews geführt hat, hat dabei auch Unerfreuliches erlebt: schlecht vorbereitete Gesprächspartner, die kurz angebunden sind oder sich viel zu spät oder im schlimmsten Fall gar nicht mehr melden. Natürlich sollte eine Zu- oder Absage absolut selbstverständlich sein. Gerade für Berufsanfänger und Young Professionals ist darüber hinaus aber ein Feedback wichtig, welchen Eindruck man insgesamt gemacht hat. Auch wenn es mit dem einen Job vielleicht nicht klappt, profitiert der Bewerber so von seiner Bewerbung.

„Feedback sollte individuell und persönlich sein“, sagt Dr. Antje Riekhof, Teamleiterin Human Resources  bei KRONGAARD. „Eine Standardmail kann das nicht leisten.“

Im Vorlauf ist es für beide Seiten hilfreich, wenn sich der Jobinteressent so genau wie möglich über das Unternehmen und den angebotenen Job informieren kann. Die Jobbeschreibung sollte ausführlich und realistisch sein. Dem Bewerber hilft es sehr, wenn das Unternehmen offen und transparent in der Selbstdarstellung ist. Eine aktuelle Karriere-Website ergänzend zur eigentlichen Unternehmenspräsenz ist der einfachste Weg. Lebendige Eindrücke der Unternehmenskultur werden zum Beispiel durch Interviews mit Mitarbeitern vermittelt, die erzählen, warum sie gerne im Unternehmen arbeiten (und was sie dort machen).

„Kurze Videos sind für diesen Zweck sehr gut geeignet“, findet Dr. Antje Riekhof. Kommt es zur Einladung, ist das für den Bewerber in aller Regel mit Stress verbunden. Auch wer nicht unter dem Druck steht, ganz schnell einen Job finden zu müssen, befindet sich in einer Situation, in der seine Kenntnisse, Fähigkeiten und auch seine Persönlichkeit auf den Prüfstand gestellt werden.

Personaler und Vorgesetzte können viel dazu beitragen, dass sich die Nervosität in Grenzen hält: zum Beispiel eine freundliche, entspannte Atmosphäre schaffen, indem man in den ersten Minuten Smalltalk betreibt und sich selbst ausführlich vorstellt, bevor man den Bewerber um Vorstellung bittet. Der Bewerber sollte echtes Interesse an seiner Person spüren - schließlich geht es nicht nur um die Fakten im Lebenslauf, sondern auch darum auszuloten, ob es menschlich passt. Auch für Arbeitgeber ist es angenehmer, wenn die Atmosphäre entspannt ist und nicht den Charakter einer Prüfungssituation hat. Der Bewerber sollte sich niemals als Bittsteller fühlen müssen.

„Insgesamt sollte der Bewerbungsprozess von Ehrlichkeit, Freundlichkeit, Wertschätzung und Kommunikation auf Augenhöhe geprägt sein“, sagt Dr. Riekhof. „Und Bewerbern kommt es natürlich sehr entgegen, wenn der Prozess zügig abläuft und zu viele und langwierige Schritte vermieden werden.“

Um ein erstes Gespür für seinen zukünftigen Arbeitgeber zu erhalten, ist es sehr sinnvoll, sich über diesen nicht nur inhaltlich und fachlich zu informieren, sondern zusätzlich Meinung von anderen einzuholen. Dies kann man unter anderem über das Portal www.kununu.de machen. Dort geben Mitarbeiter der jeweiligen Firma aber auch Bewerber wichtige Informationen zum Bewerbungsprozess und zur Zufriedenheit mit dem jeweiligen Unternehmen ab.